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Reiseberichte 2008
Tagebuch von Christl Nennstiel über meine Reise vom 26. November bis 20. Dezember 2007 Dar es Salaam - Bagamoyo - Saadani - Usambara Berge - Mkomazi NP - Arusha - Katavi NP - Mahale NP - Ruaha NP - Selous GR - Ras Kutani
MO 26. November 07 Abflug
Um 20:00 Uhr mache ich meinen Computer aus, denn Stefan, mein Schwiegersohn, wartet schon im Auto auf uns. Dieter fliegt dieses Mal mit, denn er filmt und hat die Reisetaschen schon eingeladen. Selina und Fémanuela, die beiden Enkelkinder, wollen unbedingt mit zum Flughafen.
Wir fliegen mit Qatar Airways vom Terminal 1, Abflughalle B, Check-in Schalter 630 bis 634. Wir kommen sofort dran und ich frage nach einem bezahlbaren Upgrade für 250 Euro für Business Class, aber leider geht es nicht, da in Business Class nur noch ein Platz frei ist.
Der Abflug sollte um 22:20 sein, aber es verzögert sich, da wir keinen Slot bekommen. Um 22:50 Uhr setzt sich die Maschine endlich in Bewegung.

Die Konfiguration der Maschine ist 2 - 4 - 2. Wir sind in der Mitte, haben aber insofern Glück, dass wir nur zu zweit in einer Viererreihe sitzen. Die Economy Class ist nämlich nicht voll, so dass ich drei Plätze für mich beanspruche, da sich Dieter nicht legen möchte, mir meine Augenklappe aufsetze, Ohrenstöpsel rein, Decke über den Kopf, einen Aufkleber - bitte nicht stören - auf das Kopfteil anbringe und mich über drei Sitzplätze hinlege. Die Stewardess hat diese Aufkleber verteilt, da es anscheinend doch mehrere Passagiere gibt, die um Mitternacht nichts mehr essen und morgens um 04:00 Uhr auch nicht frühstücken möchten.

DI 27. November 07 Ankunft Dar es Salaam
Der erste Teil des Fluges ist ziemlich unruhig und die Maschine schüttelt es ganz schön durch. Aber ich kann doch einigermaßen schlafen. Als die Durchsage kommt, dass man die Rückenlehne hochklappen soll, weil wir im Anflug auf Doha sind, werde ich wach.

Nach 5 1/2 Std. Flug (schneller als geplant!) landen wir um 04:10 Uhr in Doha. Uhr umstellen, denn hier sind wir zwei Stunden voraus und es ist bereits 06:10 Uhr!

Der Flughafen in Doha ist sehr übersichtlich und es gibt jede Menge Duty free Geschäfte. Ich schaue mich ein bisschen um und kaufe mir noch eine zusätzliche Speicherkarte Extrem III mit 2 GB für 36 Euro. In Deutschland hatte ich für diese Karte 89 Euro bezahlt.

Check-in für den Weiterflug ist um 07:40 Uhr und um 08:30 Uhr geht es pünktlich los. Das Flugzeug Typ B 747 ist ebenfalls nicht voll. Von der Stadt Doha sehen wir einige moderne Häuser in der Stadt, dann aber lauter kleine Häuschen in der Wüste. Anschließend nur noch Sand, Sand, Sand soweit das Auge reicht. Nach einem Frühstück muss man die Fensterklappen schließen, die Lichter werden ausgemacht - Schlafens-
zeit. Na ja, man döst so vor sich hin.

Nach 5 Stunden Flug landen wir in Dar es Salaam.

Björn von Renaissance Photographic Safaris holt uns ab und bringt uns zum New Africa Hotel. Nach kurzem Frischmachen, geht es los zur Stadt-
rundfahrt.

Dar es Salaam ("Hafen des Friedens"), kurz "Dar" genannt, ist die inoffizielle Hauptstadt von Tanzania (Dodoma ist die Hauptstadt auf dem Papier) und liegt am Indischen Ozean. Die Stadt inklusive Umgebung hat etwa 4 Millionen Einwohner. Dar gehört zu den am schnellsten wachsenden Städten Afrikas.

Die meiste Zeit des Jahres ist es in Dar heiß und es hat eine Luftfeuchtig-
keit von etwa 75 %. Dieter schwitzt schon wieder ganz schön.

Wir wohnen im New Africa Hotel direkt im Zentrum. Zur Kolonialzeit stand hier das Kaiserhof Hotel. Das Hotel war lange wegen Renovierung geschlossen. Heute gehört es mit seinen guten Restaurants und dem Casino wieder zu den beliebten Hotels der Stadt.

Gegenüber des New Africa Hotels liegt die um 1900 gebaute Lutherische Kirche mit ihren braunen Fensterrahmen und dem ziegelroten Turmdach.

Gegenüber des Fähr-Passagier Terminals steht die neugotische katholische St. Joseph's Cathedral mit deren Bau 1898 begonnen und die am 6. Februar 1903 eingeweiht wurde, ebenfalls mit einem spitzen Turm.

Wir fahren an die Kivukoni Front (früher hieß diese Uferpromenade Wilhelmsufer), an der noch einige deutsche Kolonialbauten stehen. Die meisten dieser Bauten dienen noch heute der Staats- und Stadtverwaltung. Aus diesem Grund darf man diese Gebäude nicht fotografieren. Björn holt aber eine Genehmigung ein.

Da wir in der Nähe des Kilimanjaro Hotels Kempinski sind, besichtigen wir auch dieses. Die zentrale Lage mit fantastischem Rundumblick, die exklusiven Restaurants, die Konferenzsäle, das Spa, der Swimming Pool im 2. Stock und der Roof-Top-Bar im 8. Stock machen das Hotel zur ersten Adresse der Stadt.

Es geht weiter zum Clocktower. Hier ist es schwierig zu telefonieren, da immer wieder Leute kommen und diese nicht fotografiert werden sollen.

Der nächste Besichtigungspunkt ist das Askari Denkmal. Diese Statue wurde 1927 zu Ehren der etwa 100 000 im 1. Weltkrieg gefallenen afrikanischen Soldaten errichtet.

Zum Abendessen fahren wir raus zu The Slipway. Hier gibt es einige Restaurants und verschiedene Arts & Crafts Stände.

Übernachtung und Frühstück: New Africa Hotel
MI 28. November 07 Dar es Salaam - Bagamoyo - Saadani
Der Frühstücksraum vom New Africa Hotel hat mich überrascht. Ansprechende Möbel, freundliches Personal und eine große Auswahl am Frühstücksbüffet.

Es ist noch etwas bewölkt, bald lockert es sich aber auf und wir sitzen um 08:45 Uhr bereits im Auto Richtung Bagamoyo. Es ist ziemlich viel Verkehr. Etwa eine Stunde lang befinden sich rechts und links der Straße kleine Ortschaften. Man sieht viele Männer, die auf Fahrräder ihre Lasten transportieren, kleine Geschäfte am Straßenrand und viele Menschen. Dann herrscht weniger Verkehr.

Nach 1 1/2 Stunden Fahrt, das waren gerade mal 70 km, erreichen wir Bagamoyo, das auf Swahili "Leg dein Herz nieder" heißt. Dies ist ein geschichtlich sehr interessanter Ort.

Bagamoyo war von 1888 bis 1891 die erste Hauptstadt Deutsch-Ost-
afrikas. Zu dieser Zeit war Bagamoyo der bedeutendste Handels- und Verschiffungsort des 19. Jahrhunderts. Hier begann und endete die große Karawanenroute in das Innere Ostafrikas. Vor allem der Handel mit Salz, Kopra, Sklaven und Elfenbein ließ Bagamoyo zu einem reichen und strategischen Zentrum werden. Da immer größere Dampfschiffe kamen und diese nur schwer in die flache Sandbucht einfahren konnten, wurde die Hauptstadt dann allerdings nach Dar es Salaam verlegt, wo man eine tiefe Bucht vorfand und Bagamoyo verlor an Bedeutung.

Wie viele Kummergestalten, aber auch wie viele Gewinn süchtige Händler, Sensations durstige Reisende und deren Helfershelfer hat die Stadt im 19. Jahrhundert gesehen! Wie viele Waren wurden gestapelt, gezählt, bewacht; wir hartnäckig feilschten die Führer, Träger und Auftrag-
geber vor dem Abmarsch der Karawanen!

Der Ort Bagamoyo erzählt von der Geschichte von Gewalt und Folter während der Sklaverei und vom Beginn der kaiserlichen Kolonialzeit. In Bagamoyo findet man noch Spuren deutscher und arabischer Vergangenheit. Wenn man durch die Gassen geht, kommt man an verlassenen und zusammen gefallenen Kolonialbauten vorbei.

Die Häuser zeugen von der kaiserlichen Kolonialzeit und ein Kreuz weist auf den Beginn des Christentums hin, das hier seinen Anfang in Ostafrika nahm.

Straße in Bagamoyo

Um eine Stadtbesichtigung zu unternehmen, sollte man sich einen Guide nehmen, denn man benötigt ein Permit, um die Kolonialbauten zu be-
sichtigen und zu fotografieren. Lukas, der zuständige "Beamte" erlaubt uns, zu filmen.
Ein Guide kostet zur Zeit 10 US$ und pro Person 2 US$ Permit für Fotografieren oder Filmen.

In der Bucht von Bagamoyo wurden ständig Dhows mit Hunderten von Sklaven für die Gewürzplantagen auf Zanzibar beladen. Am Strand und dem Anlegeplatz der Dhows stehen noch Stützpfeiler der Usagara-
Lagerhalle aus dem Jahre 1888 und man sieht Steinpfeiler, an denen Sklaven gekettet waren.

Rechts daneben am Strand steht das renovierte Zollhaus von 1895, bei dem Fischer Muscheln und selbst gebastelte Ketten usw. verkaufen.

Zollhaus von 1895
Muschelverkäufer - Bagamoyo
Interessant sind vor allem die Boma, das als "Kaiserliches Gouverne-
mentsgebäude Deutsch-Ostafrikas" geplant war, nachdem die Hauptstadt aber verlegt wurde, schließlich als Bezirksverwaltung gedient hat. Gebaut wurde die zweistöckige Boma im Jahr 1897, ist aber heute ziemlich verfallen. Ich könnte mir vorstellen, wenn diese Gebäude alle renoviert werden würden, kämen sicherlich noch mehr Touristen in den Ort.

Boma - Bezirksamt von Bagamoyo
Vor dem Gebäude auf der Ozeanseite befindet sich der ehemalige Appellplatz, der von einer halbrunden Mauer abgegrenzt wird und auf dem einst ein großes Denkmal des Reichskommissars Wissmann stand.

Dann sehen wir noch das "Alte Fort" - ein gut erhaltener Bau, das auch mit 140 Jahren das älteste Gebäude in Bagamoyo ist.

Gute erhalten sind noch die massiven Grabsteine auf dem deutschen Friedhof im Süden des Ortes am Strand.

Grabstein für Zahlmeister Peter Merkel
Wir fahren zur Traveller's Lodge. Der Manager ist aus Südafrika und spricht sehr gut Deutsch. Seine Frau ist aus Tanzania.

Die Traveller's Lodge hat 25 Cottages, davon 13 mit Meerblick, die anderen 12 haben Blick zum wunderschön angelegten Garten mit 131 verschiedenen Palmenarten. Die Besitzer sind Deutsche.

Die Zimmer in den Cottages sind verhältnismäßig klein, haben keinerlei Dekoration, kein Bild an der Wand und das Bad mit Dusche ist auch sehr eng und klein.

Traveller's Lodge - Gartenbungalows
Dann fahren wir zum Livingstone Club am Ortsende von Bagamoyo. Der erste Eindruck ist sehr gut. Man kommt in eine großzügige Eingangshalle mit vielen Holz geschnitzten Figuren und Blick zum Swimming Pool.

In den 10 Chalets mit jeweils vier Eingängen befinden sich jeweils vier Zimmer. Diese sind auch sehr klein, ebenso die Badezimmer.

Da es bereits Mittag ist, essen wir gleich im Livingstone Club. Natürlich gibt es Fisch. Mein gegrillter Red Snapper schmeckt ausgezeichnet und Dieter und Björn lassen sich die Prawns in leckerer Soße gut schmecken.

Livingstone Club - Gartenbungalows
Es geht wieder zurück durch Bagamoyo und dann 64 km auf einer Sand- und Schotterstraße zur Hauptstraße. Da es keine Fähre mehr gibt und auch keine Brücke, muss man einen großen Umweg fahren. Für die ersten 64 km benötigen wir 1 3/4 Stunden.

Es kommen uns ständig große Laster entgegen, die Ananas geladen haben, denn es gibt hier riesige Ananasplantagen.

Ananasplantage
Man sieht immer wieder Buschland mit Kokos- und Borassuspalmen entlang großer, saisonaler Sumpfflächen.
Auch viel Holzkohle wird am Straßenrand verkauft oder per Fahrrad transportiert. Die Durchfahrt durch die kleinen Ortsschaften sind sehr interessant.

Dann folgen ca. 10 km auf der Teerstraße bis zum nächsten Abzweig Richtung Saadani.

Jetzt sind es noch einmal 61 km praktisch in dieselbe Richtung zurück. Diese Strecke ist sehr einsam, uns begegnen keine Fahrzeuge. Ich kann mir vorstellen, dass diese Sandstraße bei Regen einiges Können erfordert, denn zwischendurch sieht man immer wieder Black Cotton Soil. Und darauf zu fahren, ist wie auf Eis! Man rutscht hin und her bzw. sinkt immer tiefer ein.

Wir fahren beim Mvave Entrance Gate in den Saadani Nationalpark ein und es sind 16 km bis zum Tourism Office. Hier muß man Eintritt bezahlen und sich diese Quittung gut aufheben.

Etwa 200 m weiter befindet sich die Saadani Safari Lodge, die wir endlich um 16:30 Uhr erreichen.

Carlos und seine Helfer begrüßen uns mit kalten Handtüchern und Tamarindensaft (trinke ich zum ersten Mal und er sei sehr gesund).

Banda direkt am Strand
Es gibt 9 Zeltbandas direkt am Strand, ein im Makuti Stil errichtetes Restaurant, eine gemütliche Lounge, eine Bar und einen Swimming Pool.
Da es gerade Flut ist, gehe ich gleich ins Meer schwimmen. Das Wasser ist Badewasser warm! Da es auch einen schönen Swimming Pool gibt, gehen Dieter und ich zum Runden schwimmen in den Pool. Da die Sonne bereits unter geht, genießen wir einen G & T.

Die Bar hat eine große Auswahl an alkoholischen Getränken. Es werden Petroleumlampen gebracht und auf die Tische gestellt und alles sieht sehr romantisch aus. Dazu muß man einfach einen Amarula trinken!
Um 19:30 Uhr gibt es Abendessen. Was uns hier gut gefällt, ist, dass das Essen in Schüsseln zum Tisch gebracht wird. Wir sitzen zu dritt am Tisch und haben eine riesige Schüssel voll Kokusnußreis, Prawns in Soße, Spinat und Salat zur Auswahl und jeder kann sich bedienen, so viel er will. Als Nachtisch gibt es Crêpes gefüllt mit Bananen und Schokoladensoße.

Unser Zimmer hat ein Doppelbett mit Moskitonetz, eine Truhe, zwei Nachtkästchen, ein kleines Tischchen und zwei Sessel.

Das Bad mit Dusche und Waschbecken ist witzig gemacht. An den Rändern Sand und nur in der Mitte Fliesen.

Vor dem Eingang gibt es noch einen kleinen Anbau mit einem Bett und Moskitonetzen, in dem man sozusagen draußen schlafen kann. Ich lege mich draußen hin, aber nach einer Weile gehe ich doch hinein, weil mir das Bett zu unbequem ist.

21:30 Uhr Licht aus!

Übernachtung, Vollpension: Saadani Safari Lodge

Abendstimmung
DO 29. November 07 Saadani Nationalpark - The Tides
Da wieder Flut ist, gehe ich gleich ins Meer schwimmen. Heute Morgen ist das Wasser angenehm, nicht so warm wie gestern. Dann schreibe ich und um 08:00 Uhr gehe ich zum Frühstücken. Habe mich nämlich zur River Aktivität angemeldet.

Um 08:45 Uhr geht es los mit einem offenen Safarifahrzeug. Zuerst muss man den Beleg für den bezahlten Eintritt wieder im Tourist Office vorlegen und dann geht es durch den Park zum Wami Fluss.

Wir kommen durch zwei Dörfer im Park. Sehr interessant sind die großen Flächen im Park, die der Salzgewinnung dienen. Viele Menschen sind beschäftigt und füllen Salz in Säcke ab und stapeln diese bis sie Verladen werden. Unter einem Baobab Baum findet man Schatten.

Dorf Nähe der Salzgewinnung
Eigentlich sollte dies eine Pirschfahrt durch den Park sein, aber leider sehen wir nur Baboons, Warzenschweine und einen einzelnen Waterbuck. Man kann die Tiere noch nicht einmal fotografieren, so schnell sind sie weg.

Der Weg ist sehr schlecht und manches Mal ist es ein schwieriges Durchkommen. Wir schlittern durch Black Cotton Soil, bleiben aber nicht stecken.

Nach einer Stunde erreichen wir den Fluss und besteigen ein für neun Personen ausgerichtetes Motorboot, das auch ein Sonnendeck hat, denn es ist ziemlich heiß. Es gibt viele Vögel zu sehen: Grey Heron, Great White Heron, Little Egret, Woolley-necked Stork, Pied Kingfisher, Osprey, Webervögel, Hamerkop.

Wir kommen an drei verschiedenen Flusspferd Gruppen vorbei. Plötzlich erschrecken wir ganz schön, denn unter unserem Boot kommt plötzlich ein Hippo hervor geschossen!!

Die Landschaft im Saadani Nationalpark ist sehr unterschiedlich. Es wachsen Akazien, Doum- und Borassuspalmen und an den Ufern des Wami Flusses findet man zuerst Mangroven, später Palmen.

Yellow-billed Stork
Nach einer Stunde Fahrt kehren wir um und sind um 11:30 Uhr wieder am Landungssteg.

Die Fahrt zurück geht dieses Mal etwas schneller, da wir auch jetzt keine Tiere sehen. Nach 50 Minuten sind wir zurück bei der Lodge.

12:30 Uhr gibt es Mittagessen. Wieder herrlichen Fisch, ganz fest und geschmacklich sehr gut. Man kann uns keinen englischen Namen sagen, aber es ist ein frisch gefangener Chole Chole, der gegrillt wieder ausge-
zeichnet schmeckt. Dieses Mal gibt es Salzkartoffel, gemischtes Gemüse und Salat dazu. Als Nachtisch gegrillte Ananas am Spieß mit einer delikaten Soße.

Beim Auschecken bezahlen wir noch unsere Getränke. 1 Bier kostet z. B. 3 US$, 1 Gin 6 $ und das Tonic extra mit 2 US$, 1 große Flasche Wasser kostet 1,5 $ und der Amarula (single) 6 US$. Das sind auch in etwa die Preise, mit denen man in den Hotels im Norden von Tanzania rechnen muss.

Um 13:45 Uhr fahren wir los. Der Weg durch den Nationalpark ist zuerst ganz in Ordnung, wird später aber wesentlich schlechter.

Nach 32 km (1 Stunde) erreichen wir "The Tent with a View". Eine Anlage direkt am Meer mit 10 Zimmern (Zelte), die auf Pfählen stehen.

The Tent with a View - Chalet
Man merkt erst, dass man aus dem Nationalpark draußen ist, weil wieder kleine Villages kommen. Der Weg wird immer schlechter, bei Regen vermutlich nicht passierbar, weil es auch wieder Black Cotton Soil ist.

Schließlich erreichen wir gegen 16:15 Uhr unser heutiges Zuhause: The Tides.

Die 10 Bungalows mit Bad, Ankleidezimmer und Terrasse liegen auch wieder direkt am Strand unter Kokospalmen. Der Strand ist endlos zum Laufen und das Meer ist wieder schön warm.

Strand
James, der Besitzer, begrüßt uns und erklärt, dass demnächst ein Swimming Pool eröffnet werden soll. Wir können den Pool schon ansehen, nur das Außen Herum fehlt noch.

Das Abendessen wird auch wieder um 19:30 Uhr serviert. Vorher kann man sich an der Bar einfinden und sich ein Bier oder Wein genehmigen.
Das Dinner ist wieder ausgezeichnet: Fischcurry mit Gemüse und Reis.

Bettgehzeit 21:30 Uhr!!!!

Übernachtung mit Frühstück: The Tides

Sundowner
FR 30. November The Tides - Usambara Berge - Muller's Lodge
Da wieder Flut ist, schwimme ich erst einmal 45 Minuten im Meer. Es hat eine angenehme Temperatur und heute Morgen sind auch keine Wellen, so dass man eigentlich gar nicht mehr raus möchte.
Aber wir haben uns um 07:00 Uhr zum Frühstück verabredet, da wir um 08:00 Uhr los fahren wollen.

Zuerst geht der Weg wieder auf einer Sandstraße bis zur Fähre über den Pangani Fluss. Die Fähre sieht nicht so Vertrauen erweckend aus. Unser Fahrzeug ist auch das einzige Auto auf der Fähre, außer einer Kuh sind nur noch Menschen unterschiedlicher Rassen an Bord. Ich fotografiere, wie das Auto auf die Fähre auffährt und sofort werde ich mit Worten angegriffen, dass ich es unterlassen soll, die Menschen und überhaupt zu fotografieren.

Der Ort Pangani liegt an der Mündung dieses Flusses und wirkt eher verschlafen. Man sieht viele islamisch gekleidete Menschen. Früher war der Ort eine Handelsbasis als Endpunkt der nördlichen Karawanenroute. Der Handel mit Elfenbein und Sklaven florierte, obwohl die Sklaverei schon 1873 abgeschafft wurde.

Wir fahren gleich weiter, denn von den früheren deutschen Gebäuden ist nicht viel übrig. Außerdem darf man sie eh nicht fotografieren. Es handelt sich um eine sehr schlechte Schotterstraße mit vielen tiefen Löchern. Rechts und links der Straße befinden sich Sisalplantagen, die sich bis Tanga hinziehen.

Sisalplantagen
1893 hat der deutsche Botaniker Richard Hindorf 1000 Setzlinge Sisalagaven aus Florida eingeführt. Obwohl nur 62 Stück angegangen sind, bilden diese den Grundstock für den Sisalanbau. Die Pflanze ist ziemlich anspruchslos und gedeiht auch auf trockenem Baden. Aus den dickfleischigen und langen sowie sehr harten Blättern wird eine harte Faser = Sisal gewonnen. Daraus werden Seile, Schiffstaue, Teppiche und vieles mehr hergestellt. Durch den Sisalanbau war Pangani mal sehr bekannt und genoss internationalen Ruf, heute ist Sisal nicht mehr so gefragt, da viele dieser Dinge aus Nylon hergestellt werden.

Nach ca. 2 Stunden ab The Tides erreichen wir Tanga. Es gibt noch eine Reihe Kolonialbauten die Straße entlang. Beim alten wilhelminischen Uhrturm aus dem Jahr 1901 halten wir an. Die Gedenktafel wurde entfernt und so steht nur der Turm da.

Wir schauen uns noch das Mkonge Hotel an. Dieses hat in der Blütezeit des Sisalanbaus als Clubgebäude gedient und ein Schild sagt heute noch "Sir William Lead Memorial Hall. Das Hotel wurde als "Sisal Kontor" (mit Büros für die deutschen Pflanzer) erbaut und hat auch heute noch den kolonialen Charme. Die 22 großzügigen Zimmer mit Bad sind renoviert und haben Blick zum Garten und dahinter liegt das Meer.

Anschließend fahren wir ca. 8 km außerhalb der Stadt zu den Amboni Caves. Diese Kalkstgeinhöhlen seien das größte Höhlensystem Ostafrikas. Es stehen bereits einige Schulbusse am Höhleneingang und wir erfahren, dass es leider nicht möglich ist, dass wir die Höhen besuchen, da es bereits eine lange Wartezeit für die Schulklassen gibt. So fahren wir den Weg, der ziemlich steinig ist und nur im Viergang bewältigt werden kann, wieder zurück. Ab Hauptstraße ist es wieder eine sehr gute Teerstraße.

Nun geht es auf sehr guter Teerstraße Richtung Usambara Berge. Wir sehen Sie schon im Hintergrund und fahren dann später direkt auf sie zu. Die Straße ist leicht hügelig und zuerst sind viele Büsche und Makia ähnliche Sträucher rechts und links der Straße, zwischendurch sind Palmen zu sehen. Wenig einheimische Villages säumen die Straße. Die Ortschaften haben sogar Namensschilder wie Pongwe, Tanganyika, Lusanga. Uns fällt auf, dass die Häuser hier vielfach Wellblechdächer haben.

Im nächsten größeren Ort Muheza laufen wieder viele Männer mit Kanzu Gewändern herum und viele Frauen sind dicht verschleiert. Da man aber nicht fotografieren soll, kann ich leider keine Fotos vom Auto aus machen. Es ist sogar ein Gesetz in Vorbereitung, dass Touristen KEINE Personen fotografieren dürfen. Das heißt auch vom Auto aus oder eine Straßen-
szene usw.

Beim Tanken gehe ich kurz Richtung Straße und will Obsthändler fotografieren, wie sie Leuten in einem Bus Früchte verkaufen. Sofort kommt ein Polizist in Zivil auf mich zu, zeigt seinen Ausweis und fragt, was ich mache. Ich hatte Gott sei Dank gerade nur ein Sisalfeld fotografiert und zeige ihm das Bild. Er fragt mich, aus welchem Grund ich fotografiere und da erkläre ich ihm, dass ich Reiseveranstalter aus Deutschland bin und die Fotos benötige, um den Deutschen diese Fotos zu zeigen, damit sie Tanzania besuchen. Ohne Fotos wäre es sehr schwer, ihr Land zu verkaufen. Ja, verstehe, meint er dann und lässt mich gehen.

Nun werde ich immer vorsichtiger mit fotografieren, denn wir haben schon erlebt, dass nach dem Auto mit Steinen geworfen wurde.

Das Landschaftsbild ändert sich, es wird nun Mais angebaut und man sieht Bananenstauden. Wir kommen durch Orte wie Hale, Segera. Es fahren immer wieder viele Männer mit Fahrrädern und transportieren Holz.

In Mombo zweigen wir Richtung Berge ab. Es handelt sich um eine sehr gut ausgebaute Teerstraße, die in vielen Windungen und engen Kurven ansteigt und sehr steil abfällt. Es geht den Mzimui Fluss entlang bis Soni. Weiter geht es über Hügel und dann wieder abwärts, wieder aufwärts bis nach Lushoto, das wir nach 65 km erreichen.

Wir müssen aber noch weitere 15 km fahren zur Muller's Mountain Lodge. Dies ist ein altes Farmhaus aus dem Jahr 1934 aus Backsteinen erbaut. Der gemütliche Aufenthaltsraum mit Kamin (der jetzt um 18:30 Uhr auch angezündet wird), verleiht der Lounge eine heimelige Atmosphäre. Haben wir gestern Abend noch geschwitzt und sind kurzärmelig zum Essen gegangen, so ziehen wir hier unsere Fleecejacken an. Sobald die Sonne hinter den Bergen verschwindet, wird es sehr kühl, denn die Lodge liegt immerhin über 1500 m hoch.

Der Blick von Muller's Mountain Lodge geht auf die gegenüber liegenden Hänge mit vielen kleinen Häuschen. Von hier aus ist es nicht weit zum Magambo Forest Reserve. Ich kann mir vorstellen, dass hier das Wandern in den Bergen sehr erholsam und schön ist. Zumal es hier sehr viele Pflanzen gibt, die sonst nirgendwo zu finden sind. Über 2 800 verschiedene Pflanzenaren sollen in den Usambara Bergen heimisch sein und etwa ein Viertel davon wächst nur hier!

Das Usambara Veilchen wurde um die vorletzte Jahrhundertwende in den östlichen Usambara Bergen entdeckt.

Übernachtung mit Frühstück: Muller's Mountain Lodge

Usambara Veilchen
SA 1. Dezember 07 Usambara Berge - Mkomazi Nationalpark
Nach dem Frühstück fahren wir zurück nach Lushoto, dann aber noch
6 km hoch zum Irente View Point. Es wird immer nebliger, je höher wir kommen.

Da es immer noch neblig ist, schauen wir uns zuerst die Irente View Cliff Lodge an. Der Manager ist aus Schweden. Persönlich gefällt mir die Lodge nicht so gut. Schon der Eingang ist total dunkel und macht einen kalten Eindruck. Die Standardzimmer sind ziemlich klein, die Suiten auch nicht so geschmackvoll.

Dann gehen wir aber doch hoch zum View Point und siehe da, der Nebel verzieht sich und man hat einen fantastischen Ausblick! Wir sehen auch die Straße, auf der wir nachher weiter fahren müssen.

Wunderschöner Blick!
Wir müssen wieder den sehr kurvenreichen und matschigen Weg zurück nach Lusotho, das mit ca. 15 000 Einwohnern auch Verwaltungssitz des Districts of Lushoto ist. Früher hieß der Ort "Wilhelmstal" und war ein bedeutender Erholungsort für deutsche Siedler und Pflanzer. Auch heute noch wird in dieser Gegend das ganze Jahr Gemüse angebaut. Die vielen alten Steinhäuser mit roten Ziegeldächern und die Kirche erinnern noch an die deutsche Vergangenheit.

Ab Lusotho geht es wieder auf der gut ausgebauten Teerstraße auf zahlreichen Kurven bergab, immer entlang der steil abfallenden Straßenböschungen und entlang des Flusses. Bei Soni kann man die Soni Wasserfälle sehen. Dann kommen wir wieder im Mombo an.

Dann geht es auf guter Straße an der Bergkette entlang nach Same, wo wir noch Mittag essen und dann zum Mkomazi Nationalpark fahren möchten.

Doch wir kommen nicht sehr weit. Es findet nämlich ein Autorennen genau auf dem Weg zum Park statt. Das bedeutet für uns: Warten, bis das Rennen zu Ende ist und das kostet uns 1 1/2 Stunden.

Schließlich kommen wir um 16:30 Uhr im Babu's Camp an. Wir gehen nur kurz zum Camp zum Frischmachen und dann gehen wir mit Björn in unserem Landcruiser auf Pirschfahrt.

Allerdings sehen wir die Tiere nur von Weitem. Mit Fernglas eine Herde Büffel, einige Giraffen, Vögel. Aber zum Sonnenuntergang kommt der Kilimanjaro zum Vorschein! Ein herrlicher Anblick!

Am Lagerfeuer lassen wir noch den Tag an uns vorüberziehen und genießen anschließend unser lecker zubereitetes Abendessen. Erstaunlich, was so eine Männer Crew alles auf die Beine bringt!
Fahrt Mkomazi.
Übernachtung, Vollpension und Aktivitäten: Babu's Camp

Blick zum Kilimanjaro
SO 2. Dezember 07 Mkomazi Nationalpark - Arusha
Auf dem Weg zum Frühstückszelt sehen wir noch eine Gottesanbeterin. Sie bleibt ganz ruhig sitzen und läßt sich gerne fotografieren.

Dann geht es zurück zum Parkausgang und in Same, der Distrikthaupt-
stadt, erreichen wir wieder die Hauptstraße B1 Richtung Moshi / Arusha.

Kurz vor dem Abzweig nach Arusha stehen noch einige Tomatenverkäufer.
Zum Mittagessen erreichen wir Arusha und verbringen den Nachmittag in Björns Haus. So kann ich mein Tagebuch weiter schreiben und im Büro von Renaissance Photographic Safaris emails schreiben.

Unseren letzten Abend verbringen wir gemeinsam in einem netten Lokal und einem gemütlichen Abendessen.

MO 3. Dezember 07 Arusha - Katavi Nationalpark
Abfahrt von Björns Haus 06:30 Uhr. Nach 30 Minuten kommen wir am Flughafen Arusha an. Um 08:00 Uhr ist unser Flug nach Katavi. Montags und donnerstags geht eine Maschine nach Katavi. Man bleibt also entweder 3 oder 4 Nächte im Camp.

Wir fliegen mit einer 208B Caravan I = 12 Sitzer mit einer jungen Pilotin Sarah (sie hat 4 Streifen) und dem Piloten Richard (drei Streifen). Es sind außer uns noch 4 andere Personen an Bord. Die Maschine landet nach 1 %u0178 Stunden in Tabora zwischen. Während die Maschine aufgetankt wird, können wir aussteigen und zur Toilette gehen. Nach 20 Minuten fliegen wir weiter.

Um 11:05 Uhr landen wir nach einem ruhigen Flug über zum Teil sehr trockene Ebenen am Katavi Airstrip. Es erwarten uns drei Fahrzeuge vom Chada Katavi Camp. Eines für das Gepäck, eines für ein spanisches Ehepaar und ein weiteres für Dieter und mich. Die Spanier und wir genießen den Komfort, dass jeder einen eigenen Ranger hat, der die nächsten drei Tage für einen zuständig ist. Philipp ist für uns zuständig.

Die Fahrt zum 11 km entfernten Camp ist gleichzeitig eine Pirschfahrt. Wir sehen sehr viele verschiedene Vögel und immer wieder Impalas. Die Landschaft wechselt zwischen Woodland und offener Ebene.

Um 12:30 Uhr kommen wir erst im Chada Katavi Camp an. Peter und seine Frau Anita (Südafrikaner) erwarten uns bereits mit einem Erfrischungsgetränk.

Chada Katavi - Doppelbett
Wir sind in Camp Nummer 5 untergebracht. Ich mache wie üblich zuerst meine Aufnahmen und dann ist es auch schon Zeit, zum Mittagessen zu gehen.

Das Messezelt ist gemütlich mit Blick auf die Chada Plains ausgerichtet. Es gibt sehr schmackhafte Lasagne und drei verschiedene Salate sowie Nachtisch. Wer möchte, kann auch zum Lunch Wein trinken.

Als wir zusammen mit dem spanischen Ehepaar zurück zu unserem Zelt gehen möchten und uns dabei unterhalten, wären wir beinahe in eine Giraffe gerannt, die mitten auf dem Weg steht und uns neugierig betrachtet. Wir müssen eine ganze Weile warten, bis Sie den Weg frei gibt und gemächlich im Dickicht verschwindet.

Doch als wir unser Zelt sehen, frisst an der Rückseite ein Elefant. Wir gehen zur Vorderseite und betrachten ihn beim Fressen. Ganz allmählich entfernt er sich immer weiter an den Bäumen fressend von unserem Zelt.

Gerade springt ein Buschbuck vor unserem Zelt vorbei.

Wir ruhen uns ein bisschen bei geöffnetem Zelt aus und können vom Bett aus die Giraffe sehen, die immer noch neugierig von einiger Entfernung zu uns blickt.

Um 16:00 Uhr treffen wir uns wieder im Messezelt zum Kaffee / Tee mit Cones. Dann starten wir mit Philipp zu unserem Game Drive. Das Safarifahrzeug, ein Land Cruiser, ist sehr gut durchdacht. Es hat insgesamt nur vier Sitze (außer dem Sitz vorne beim Fahrer), davon sind die beiden hinteren erhöht. Vor beiden Sitzen hat man jeweils genügend Beinfreiheit und eine Ablagemöglichkeit. Zwischen den beiden hinteren Sitzen steht eine Kühlbox, aus der man sich während der Fahrt immer bedienen kann. Die seitlichen Stangen sind mit Stoff umwickelt, ebenso die Armstützen, damit das Metall nicht zu heiß wird. Außerdem gibt es Bohnensäcke für die Fotoapparate zum Aufstützen.

Wir sehen Wasserböcke,
einzelne Büffel, so genannte Dagger Boys, weil sie so alt und von der Herde ausgestoßen sind,
eine ganze Gruppe Banded Mangoose = Streifenmangusten,
ein Krokodil, das sich unter einem Busch zu seinem Winterschlaf nieder gelegt hat,
einen Waran auf dem Baum und einen im Gras,
eine Gruppe Löwen und immer wieder sehen wir
Giraffen.

Übernachtung, Vollpension und Aktivitäten: Chada Katavi

DI 4. Dezember 07 Katavi Nationalpark
Heute Morgen ist es ziemlich trüb und es sieht nach Regen aus. Wir fahren aber doch los. Leider beginnt es kurz nach unserer Abfahrt schon zu regnen. Philipp gibt uns Regenponchos und klappt die Plastikscheiben herunter. Er sitzt am Steuer und hat leider keinen Schutz, aber ist guten Mutes.

Eigentlich sollten wir heute unser Frühstück gemütlich im Busch ein-
nehmen, aber da es regnet, frühstücken wir im Auto.

Nach einiger Zeit wird der Regen leichter und Philipp zeigt uns eine Höhle, zu der viele Krokodile laufen und sich um den Eingang drängeln.

Es ist ein einmaliges Erlebnis! Philipp kennt sich so gut aus und erzählt uns vieles über das Leben der Krokodile. In dieser Höhle halten sich ca. 50 bis 60 Krokodile auf und verbringen dort ihren Winterschlaf für etwa
6 Monate.

Nun hört es ganz auf zu regnen und wir fahren weiter am zum Teil schon ausgetrockneten Fluss K. In den restlichen Wasserlöchern und im Sumpf halten sich Tausende von Flusspferden auf. Unbeschreiblich!
Als ein Schuß ertönt, verlassen die Hippos blitzschnell das Wasser und streben dem Ufer zu.

Es sind viele Mütter mit ihren Kleinen darunter!

Blitzschnell verlassen die Hippos das Wasser
Dann setzen wir die Fahrt entlang des Flusses fort. Es begegnen uns zwei Ranger, die immer kontrollieren, ob die Besucher sich an die Vorschriften halten und ob im Park alles in Ordnung ist.

Philipp erzählt, dass im Oktober - wenn es noch nicht geregnet hat - hierher zum fast ausgetrockneten Fluss alle möglichen Tierarten zum Trinken kommen. Denn es gibt immer noch Tümpel und Wasserlöcher. Die Löwen haben dann so viel Auswahl, dass diese oft nur noch Töten, um des Töten willens, aber nicht mehr aus Hunger. Philipp hat im letzten Oktober selbst erlebt, dass die Chada Pride (Chada Löwengruppe) drei Mal pro Tag zugeschlagen hat.

Philipp hat sehr gute Augen und entdeckt in großer Entfernung wieder eine Löwengruppe. Es sind lauter Löwinnen mit ihren Jungen. Ich kann nur Giraffen sehen! Wir fahren also näher ran und Philipp hatte Recht -
5 Löwinnen!
Anschließend fahren wir auf der anderen Uferseite des Katuma Flusses zurück. Wir halten noch einmal bei einer großen Gruppe Hippos und fahren langsam zum Camp Chada Katavi zum Lunch zurück.

Nach der Mittagspause geht es noch einmal auf Pirschfahrt. Wie jeden Tag begegnen uns wieder viele Giraffen, Impalas, Elefanten und Büffel.

Am Lagerfeuer mit den Erlebnisberichten des spanischen Ehepaares lassen wir den Tag ausklingen. Sie berichten begeistert, dass sie einen Leoparden gesehen haben. Dazu gehört einfach Glück!

Im Katavi Nationalpark
MI 5. Dezember 07 Katavi Nationalpark
Heute unternehmen wir eine Ganztagssafari durch den Nationalpark zum Lake Katavi. Es geht durch viele unterschiedliche Gebiete auf zum Teil sehr holprigen Wegen. Durch den Miombowald gibt es sehr viele Tsetse.

Wir sehen immer wieder Zebras, Wasserböcke, auf einer großen freien Fläche einige Hundert Büffel, die sehr scheu sind und sofort wegrennen, Monkeys, Buschböcke, Giraffen, viele Impalas, Grey Duiker, Elefanten und einen Riedbock. Viele Vögel sind ebenfalls zu sehen, wie Palm Swifts, Wattled Plover, Hamerkop, Kucool, ein Schwarm von Cattle Egrets, Redbilled Hornbill, Turaco, Guinea Fowls, Sattle Billed Stork, White Backed Vulture, Harrier, Black Kite, African Cuckoo Hawk.

Der Höhepunkt war aber eine Giraffe mit ihrem gerade geborenen Baby, nach der Vermutung von Philipp wahrscheinlich noch nicht einmal eine Stunde alt. Es konnte sich noch gar nicht richtig auf den Beinen halten, sondern wackelte ziemlich hin und her.

Giraffenbaby
An Bäumen gibt es viele Tamarinden und Chestnut Trees.

Durch den vielen Regen sind die Wiesen meistens herrlich grün und es gibt verschiedene wunderschöne Blüten in weiß, gelb, rosa, rot und lila. Es gibt auch eine Pflanze, die man "Eyedrop" nennt und deren Tropfen sich man bei Augenentzündungen ins Auge tropft.

Lake Katavi
Ich hatte erwartet, dass der Lake Katavi gefüllt mit Wasser ist, aber dem ist nicht so. Der Lake schimmert in herrlichem Grün und ist begrenzt mit einer Blumenwiese mit gelben Blumen. Hier am Lake machen wir Mittagspause. Unser Guide baut einen Tisch auf und bietet uns verschiedene Salate inklusive Getränke an. Im Chada Katavi Camp sind alle Getränke im Preis eingeschlossen. Alles bestens organisiert!

Nach einer wunderschönen Erholungspause von einer Stunde fahren wir dann weiter am See entlang und treffen auf eine Herde Elefanten. Einige laufen eine ganze Weile vor uns auf dem Weg und dann kommt einer ganz wütend aus dem Wald raus und auf uns zu.

Auf dem Rückweg zieht ein Gewitter auf und ganz dunkle Wolken überziehen in Windeseile den Himmel. Es wird richtig dunkel und es fängt dann auch gleich heftig zu regnen an. Aber erfahrungsgemäß dauern diese Regenschauer nicht lange und tatsächlich scheint auch bald wieder die Sonne, so dass wir dann wieder unsere Regenponchos ausziehen können.

Unseren letzten Abend in Chada Katavi verbringen wir noch mit interessanten Gesprächen. Am Lagerfeuer ist es halt immer wieder schön und gemütlich.

Übernachtung, Vollpension und Aktivitäten: Chada Katavi

DO 6. Dezember 07 Katavi Nationalpark - Mahale Nationalpark, Greystoke
Nachts hat es wieder ganz schön geregnet, doch heute Morgen scheint wieder die Sonne.

Nach einem gemütlichen Frühstück verabschieden wir uns schweren Herzens von Anita und Peter, die uns wie in ihre Familie aufgenommen haben und fahren um 09:30 Uhr los zu unserem letzten Game Drive Richtung Flughafen.

Wie jeden Tag sehen wir wieder Büffel, Giraffen, Waterbucks, Zebras, Impalas, Ground Hornbill, Hippos und jede Menge Vögel. Wir begegnen dem anderen Fahrzeug vom Camp, das das spanische Ehepaar zum Airstrip bringt. Diese biegen ganz plötzlich nach rechts ab und wir sehen, wie sie angespannt auf einen Baum schauen. Sie sehen zum zweiten Mal einen Leoparden. Allerdings nur kurz, wie er vom Baum klettert und dann im Busch verschwindet. Für uns ist es leider zu spät.

Unser Flugzeug landet pünktlich und wir starten um 11:30 Uhr. Der Flug nach Mahale dauert voraussichtlich 40 Minuten. Während des Fluges fängt es zu regnen an. Beim Anflug auf Mahale kann es einem Angst und Bange werden, denn man sieht den verhältnismäßig kurzen und von Hügeln umgebenen Airstrip im See enden.

Theophil vom Greystoke Camp empfängt uns. Neugierige Kinder kommen angelaufen, während wir uns in einem Buch als Besucher eintragen müssen.

Um auf das alte wie ein Dhow ähnliches Boot zu gelangen, müssen wir Schuhe und Strümpfe ausziehen und durchs Wasser waten.

Fahrt mit der Dhow zu Greystoke Mahale
Der Tanganjika See ist mit 1 470 m der zweit tiefste See und mit einer Ausdehnung von 673 km von Nord nach Süd der längste See der Welt. Er liegt 773 m ü. d. Meeresspiegel, hat meistens 25 Grad, der PH Wert ist 8,4, die wichtigsten drei Flüsse, die in den See fließen sind: Ruzizi, Malagarasi und Kalambo, aus dem See fließt der Lukuga, der in den Kongo River fließt. An den See grenzen Tanzania, Burundi, Kongo und Zambia.

Es geht die Küste entlang zuerst an einigen Hütten vorbei und dann beginnt der 1 613 qkm große Mahale Nationalpark.

Da es mittlerweile 13:00 Uhr ist, gibt es "Lunch". Auf dem Boden verteilt Theophil Fleischspieße, Avocadocreme, Süßkartoffel und Obstspieße.

Nach einer Stunde Fahrt (während der Fahrt musste das Boot kurz bei TANAPA anlegen, damit kontrolliert werden konnte, ob die Eintritts-
gebühren für den Park bezahlt sind) legen wir bei Greystoke an. Es erwarten uns Anna und Dag.

Anfahrt per Boot
Das Hauptgebäude von Greystoke ist aus einheimischen Materialien verwinkelt gebaut und wirkt von weitem sehr orientalisch.

Nach einem Empfangsgetränk gehen wir zu unseren Chalets. Diese sehen ganz außergewöhnlich aus. Das Gebäude hat ein lang gezogenes Strohdach A-frame und zum Bau der Betten und Einrichtungsgegen-
stände wurde das Holz aus alten Schiffswracks verwendet. Man kann auf einem alten Kanu, das als Leiter umgewandelt wurde, in den ersten Stock hinauf gehen. Hier gibt es verschiedene Sitzgelegenheiten, denn man hat von hier oben einen herrlichen Blick auf den Tanganjika See.

Auf einer großen Terrasse sind zwei Liegestühle - eher unbequem - mehrere Tischchen und Stühle, damit man von hier aus zum See blicken kann. Hinter den Betten ist ein kleiner Raum mit Schreibtisch, Kleiderständer und Kofferablage. Dann geht man außen einen Steg entlang zum "Badezimmer". Hier befinden sich eine Dusche und ein Waschbecken und getrennt davon eine Spültoilette. Wenn man duschen möchte, muss man 20 Minuten vorher Bescheid geben, damit das Wasser per Boiler erhitzt werden kann.

Um 15:00 Uhr treffen wir uns im Hauptgebäude wieder, damit uns Doug ein Briefing geben kann. Er ist bereits seit 2 Jahren hier Manager. In drei verschiedenen Alben werden die Schimpansen, Fische und Vögel erklärt.

Wir fühlen uns wie im Paradies, so abgeschieden in dieser herrlichen unberührten Natur!

Nach Kaffee und Kuchen unternehmen wir mit Theophil (gesprochen: Toufil) eine kleine Wanderung durch den Regenwald. Wir hören ver-
schiedene Geräusche und Laute und anhand dieser erkennt unser Guide, dass es rote Colobus Affen sind. Hoch in den Baumwipfeln schwingen sie von Ast zu Ast. Da diese eigentlich keinen Daumen, sondern nur vier Finger haben, können sie sich nicht so gut an den Ästen festhalten. Aus diesem Grund schwingen sie hin und her, um genügend Schwung für den nächsten Sprung zu bekommen. Leider sind sie so schnell, dass wir sie nicht fotografieren können.

Kurz darauf sehen wir Red Tailed Monkeys, das sind rote Stummelaffen. Aber auch hier gelingt es uns nicht, sie im Bild fest zu halten; sie sind einfach zu schnell.

Trotzdem ist der Spaziergang durch den Regenwald sehr interessant. Ob wohl wir nur einen kurzen Orientierungsgang unternehmen wollten, sind
1 3/4 Stunden vergangen.

Zum Sonnenuntergang nehmen wir unseren Sundowner an der Bar ein bzw. setzen uns auf Aussichtsdeck mit Blick zum Meer. Leider sind die Wolken ziemlich dicht und es gibt keinen überragenden Sonnenunter-
gang.

Leckeres Abendessen erwartet uns dann anschließend. Es gibt Schweinekotelett, Mango Chutney, Reis, Spinat und Karotten. Als Nachtisch ein Stück Nusskuchen.

Noch ein kurzes Schwätzchen am Lagerfeuer - ohne Buschfernsehen kommt man einfach nicht aus!!! - gehen wir gegen 21:30 Uhr ins Bett.

FR 7. Dezember 07 Mahale Nationalpark
Nach einem gemütlichen Frühstück laufen wir um 08:45 Uhr mit dem Guide Seif und dem Guide Taru von TANAPA los. Seif nimmt vorsichtshalber noch für jeden einen Regenponcho mit und jeder bekommt eine Flasche Wasser in einem Säckchen zum Umhängen.

Es geht bergauf - bergab durch den Regenwald. Da es in der letzten Zeit ziemlich viel geregnet hat, ist der Pfad ziemlich rutschig. Zwischendurch überqueren wir kleinere Bäche, manches Mal über einen schmalen Steg aus Stangen oder auf Felsen über den Bach balancierend.

Auf einmal wird es spannend. Sefu verteilt Masken, die man über Nase und Mund ziehen muss, damit die Schimpansen nicht angesteckt werden. Hoch oben in den Bäumen raschelt es und es bewegen sich auch die Blätter. Voller Spannung schauen wir gebannt nach oben. Sefu erklärt, um welchen Schimpansen es sich handelt. Dieser ist acht Jahre alt und er bewegt sich zwar von Ast zu Ast, aber richtig erkennen können wir ihn nicht.

Dann ertönt Geschrei von einer anderen Ecke. Schnell, schnell, lotst uns Sefu durch das Geäst und schlägt mit der Machete einen Durchgang durch das Dickicht. Auf der einen Seite ist ein 16 Jahre alter Schimpanse zu erahnen. Wir beobachten ihn sehr genau und siehe da, er kommt nach unten. Jeder versucht natürlich, möglichst nah an den Baum zu kommen, an dem der Schimpanse herunter klettert. Aber er ist so schnell unten, dass wir es wieder nicht schaffen, zu fotografieren. Auf der anderen Seite ist eine Mutter mit ihrem Baby im Baum. Aber die Sicht ist denkbar schlecht. Es sind zu viele Äste und Blätter im Weg.

Wieder ertönt Geschrei und es scheint sich um eine ganze Gruppe zu handeln. Wir laufen in eine Richtung, auf einmal kommt das Geschrei aus der anderen - also zurück marsch marsch und wieder bergauf, unter einem umgefallenen Baum hindurch und an einem anderen entlang nach oben. Der Tanapa Ranger bleibt stehen und winkt. Wir gehen in seine Richtung und Überraschung: es kommt ein Schimpanse auf dem Weg entgegen. Da er so plötzlich hinter dem Ranger auftaucht, kann ich wieder nicht fotografieren. Er geht einfach an uns vorbei und den Weg entlang. Allerdings ziemlich schnell und wir hinterher. Er biegt aber ins Gebüsch ab und obwohl wir ziemlich schnell hinterher gehen, gelingt es uns nicht, ihn einzuholen.

An einer anderen Stelle finden wir nun zwei Schimpansen, die die Bäume herunter klettern und auf dem Pfad vor uns herlaufen. Wir sehen sie immer nur von hinten. Ab und zu bleiben sie stehen, wir dann auch, denn man sollte nicht näher als 7,5 m an die Schimpansen heran treten.

Dann ist auch schon 1 Stunde vorbei und wir müssen unseren Rücktritt antreten. Es dauert noch 11/2 Stunden bis wir das Camp erreichen. Da es im Regenwald ziemlich schwül ist, zwischendurch auch immer leicht regnet - wir werden aber nicht nass, da die Blätter den Regen abhalten, schwitzen wir ganz schön. Bei Dieter und bei José sind die Hemden völlig nass und durchgeschwitzt, bei Dieter ebenfalls die Hose. Sefu meldet uns für eine Dusche an und so können wir uns nach Ankunft im Camp gleich unter die Dusche stellen. Da die Hemden und Hosen (die Unterhose von Dieter kann man auswinden!) total nass sind, kommen sie gleich mit unter die Dusche. Hoffentlich trocknen sie bis morgen, denn es sind unsere einzigen Kleidungsstücke aus dem Material G1000, durch das keine Mücken und keine Tsetse stechen können. Die Tsetse sind nämlich auch hier ziemlich lästig.

Lunch
Mit einem reichhaltigen Mittagessen vom Büffet beruhigen wir unsere hungrigen Mägen. Das Wandern strengt doch ganz schön an und macht hungrig und durstig!

Die Zwischenzeit bis zur nächsten Aktivität nütze ich mit Schreiben. Was raschelt denn da neben mir im Busch?? Ich bin doch neugierig und nehme meinen Fotoapparat. Ein Buschbock kommt aus dem Dickicht neben mir. Er ist überhaupt nicht scheu und frisst seelenruhig neben mir seine Blätter. Schöne Erfahrung!

Um 16:00 Uhr geht es mit dem alten Dhow Boot auf dem dunkelgrünen und völlig klaren See dem Ufer entlang. Vom Boot aus können wir verschiedene Vögel beobachten, wie einen Green Backed Heron, Pied Kingfisher, Giant Kingfisher, Fisheagle, Palm Nut Vulture, Vieillots Black Weaver. Auch Mutter und Baby Bushbuck kommen zum Trinken an den See.

Allerdings schwirren so viele Tsetse um uns herum, dass es keinen Spaß mehr macht, weiter am Ufer entlang zu fahren und wir bitten Sefu, umzukehren. Jeder ist nur damit beschäftigt, die Tsetse zu verjagen oder zu töten.

Wir haben noch ein bisschen Zeit bis zum Sundowner und nützen diese mit Lesen in den Mappen, die ausliegen.

Wie nicht anders erwartet, gibt es wieder sehr schmackhaftes Abend-
essen und nach einem erneuten Zusammen sitzen am Lagerfeuer gehen wir um 09:15 Uhr zu Bett.

SA 8. Dezember 07 Mahale Nationalpark
Während der Nacht hat es ganz schön geregnet und gedonnert.
Nun ist es noch ganz trüb und vom Kongo her kommen ganz dunkle Wolken. Die Trekker haben die Schimpansen noch nicht gesichtet, so warten wir nach dem Frühstück noch eine Weile, bis die Nachricht kommt, dass man nun weiß, wo sie sich aufhalten.

Heute laufen wir mit Theophil und Taru von Tanapa um 09:15 Uhr los. Es geht heute eher eben mit nur kleinen Steigungen durch den Regenwald. Doch dann geht es weiter bergauf, bergab durch Dickicht und die ersten Regentropfen fallen. Allerdings kann man noch ohne Regenumhang laufen, weil die dichte Blätterdecke den Regen abhält.

Wir laufen etwa eine Stunde, bis das erhoffte Zeichen "Masken aufsetzen" gegeben wird. Wir bleiben stehen und müssen uns an den Rand des Pfades stellen, denn es kommen uns bereits entgegen die Mutter Effie, 21 Jahre alt mit Tochter Emury, 7 Jahre alt und Pimu, 20 Jahre alt, der erst im Oktober 2007 Alpha Male der M community wurde. Es geht alles wieder so schnell, wie drei Schimpansen auf uns zukommen. Als erster kommt ein männlicher Schimpanse mit dem Namen Fanana, dann . Auf ein Zeichen von Theophil laufen wir nun hinterher. Unser Guide kennt die Affen mit Namen, und zwar erkennt er sie an viererlei Zeichen: Einmal an der Form, am Gang, an der Größe und am Gesicht

Die Schimpansen leben in der Regel in Gruppen, die aber in verschie-
dene Familien aufgeteilt sind. Die Männchen bleiben ihr Leben lang in einer Familie, während die Weibchen schon mal zu anderen Familien wechseln, dort bleiben oder auch wieder in ihre Familie zurück
kehren und somit frisches Blut einbringen.

Es kommt noch ein vierter Schimpanse aus dem Dickicht und nun laufen die vier vor uns her. Wir versuchen zu folgen, doch einige Male sind wir langsamer, denn es geht sehr steil bergab, durch Wasser und auf der anderen Seite sehr klitschig bergauf, da sind die Schimpansen schneller! Wir holen aber wieder auf und hoffen sehr, dass sich mal einer umdreht oder in unsere Richtung schaut. Da es aber nichts zum Fressen gibt, laufen sie einfach den Pfad entlang. Sie ernähren sich nämlich hauptsächlich von Früchten, Blättern und Blüten. Ab und zu fressen sie auch Termiten.

Wir folgen den Schimpansen eine Stunde lang. Sie laufen auf allen Vieren und stützen das Gewicht ihres Oberkörpers auf ihre Handknöchel. Es ist nicht immer leicht, zu fotografieren, weil sie sehr schnell und immer irgendwelche Personen, Sträucher oder Blätter im Weg sind. Doch wir sind glücklich, weil wir ihnen so lange folgend konnten.

Genau jetzt fängt es stärker zu regnen an, wir ziehen noch schnell unsere Regenponchos über und dann kommt der typisch tropische Platzregen. Selbst die dichten Blätter können den starken Regentropfen nicht Stand halten und der Regen peitscht in unser Gesicht. Innerhalb kürzester Zeit sind wir innen und außen tropfnass. Der Pfad kann das viele Wasser nicht fassen, so entstehen kleine Bäche und wir laufen knietief im Wasser. Geht es bergauf, kommt uns ein Bächlein entgegen, geht es bergab fließt das Wasser als Bach bergab und laufen wir eben, so läuft uns das Wasser fasst bei den Knöcheln in die Stiefel. Bei jedem Schritt quietscht es.

Nach einer Stunde, es ist heute 12:15 Uhr und früher als gestern, sind wir wieder zurück im Camp. Theophil hat bereits 20 Minuten vorher gefunkt, dass das Wasser erhitzt wird, damit wir eine heiße Dusche nehmen können.

Alles klebt an einem und sogar die Unterwäsche ist klitsch nass. Die Schuhe kann ich ausleeren, so viel Wasser kommt raus. Die gesamte Kleidung kommt sofort in die Dusche und wird mit gewaschen. Es ist nur schwierig, wie die Kleidung trocknen soll. Es regnet nämlich immer noch.

Meine heiße Schokolade wird gebracht und wir ziehen uns warm an mit Fleecejacke und langer Hose.

Gut, dass es Schirme im Chalet gibt, so kommen wir nun trockenen Fußes (mit Flip Flops) zur Lounge.
Nach dem Essen noch ein heißer Tee zum Aufwärmen und wir gehen zurück in unser Chalet, um unser wohl verdientes Schläfchen zu halten - das erste während unserer Reise.

Da es immer noch regnet und der See ziemlich aufgewühlt ist - man hat das Gefühl, als wäre man am Ozean, da so viele hohe Wellen kommen - können wir heute leider nicht zum Schnorcheln raus fahren.

So lese ich die "History of Mahale".

In der Kitongwe Sprache bedeutet Mahale "eine Siedlung in der Nähe der Berge". Die Menschen in diesem Gebiet sind die Bantu aus Westafrika, insbesondere aus Uholoholo vom Kongo Democratic Republic of Kongo DRC.

Als im 14. Jahrhundert der Krieg ausbrach, flohen die Menschen in ihren kleinen hölzernen Kanus und überquerten den Tanganjika See östlich. Das erste Gebiet, in dem sich die Menschen ansiedelten, war 15 km südlich von Greystoke Mahale.

Nach 50 Jahren nannten sie sich Tongwe (Batongwe) und sie lebten hauptsächlich vom Fischfang und Jagen.
Die Tongwe Leute sahen die Schimpansen als ihre Freunde an, zumal diese durch ihr lautes Verhalten gefährliche Tiere fernhielten. Die Leute lernten auch von den Schimpansen, welche Früchte genießbar sind und welche als Medizin verwendet werden können.

1965 startete die Universität von Kyoto in Japan ein Forschungsprojekt über das Verhalten der Schimpansen. Es war das zweite Forschungsprojekt über wilde Schimpansen nach dem von Jane Goodall im Jahre 1960.

1967 wurde dann das Gebiet ein Game Reserve und 1974 entschied die Regierung von Tanzania, dass alle Personen das Gebiet verlassen mussten; sie wurden in so genannten ujamaa villages angesiedelt, in denen eine gute Infrastruktur vorhanden war.

Die Einheimischen von Mahale wurden nach Buhingu und Nkonkwa im Norden und Kalya und Kashagulu im Süden der Mahale Berge angesiedelt.

1985 wurde dann der Mahale Nationalpark mit 1 613 qkm gegründet.

Mahale ist eine Kette von 6 Bergen, die sich 70 km vom Norden nach Süden mit Höhen bis zu 2 400 m ausdehnt. Die höchste Erhebung ist der Mt. Nkungwe mit 2 460 m Höhe.

Da es mir immer noch zu kalt ist, sitze ich im Bett und schreibe. Der neugierige Bushbuck kommt wieder vorbei und schaut in unser Chalet.

Das Regnen hat es nun aufgehört, es wird dunkel und wir gehen zur Mainlodge zum Sundowner und Abendessen.

SO 9. Dezember 07 Mahale Nationalpark
Heute morgen regnet es zwar nicht, aber es ist alles trüb und nebelig. Der See ist wieder total ruhig.

Nach dem Frühstück warten wir noch eine Weile, da die Schimpansen in den Süden gezogen sind und man noch nicht weiß, wo sie sich genau aufhalten.

Die Wartezeit wird verlängert, da man die Schimpansen immer noch nicht gefunden hat. In der Zwischenzeit ist es 11:30 Uhr und man beschließt, das Mittagessen auf 13:00 Uhr vorzuverlegen und dann um 14:00 Uhr zum Trekking zu starten.

Der Lunch besteht immer aus dreierlei Salaten, einer Fleischspeise und frisch gebackenes Brot in unterschiedlichen Formen.

Die Zeit vergeht und noch immer kein Zeichen von den Tieren. In der Zwischenzeit ist eine Suchmannschaft in den Süden, eine in den Norden und eine bergauf unterwegs. Keine Sichtung.

Um 15:00 Uhr hat es keinen Sinn mehr, länger auf ein Trekking zu wartenund wir ziehen uns in unser Chalet zurück. Ein kleines Nickerchen tut auch mal gut und nun habe ich auch Zeit zum Schreiben.

Dann muss ich natürlich auch den See testen und gehe zum Schwimmen in das 25 Grad warme klare und grüne Wasser. Ich setze mich unter den Sonnenschirm und genieße die Sicht auf den See. Doch oh wei! Das war ein Fehler. Durch den Badeanzug hindurch werde ich gestochen! Die ganze Zeit habe ich aufgepasst und meine G1000 Kleidung getragen, mich mit Insektenschutzmittel eingerieben und jetzt das!!!!!!!!!! Auf der einen Pohälfte habe ich 11 Stiche und auf der anderen 9 Stiche! Diese jucken ganz schön und schwellen sofort an. Unser Gel Soventol lindert zwar das Jucken, aber hilft trotzdem nicht so ganz!

Beim Rückweg zum Chalet sehe ich genau vor mir eine Schlange und fotografiere sie. Später zeige ich das Bild Doug und Theophil und beide sagen mir, dass es sich um eine junge Black Mamba handelt!!

Um 18:30 Uhr kommen die Trekker zurück. Sie haben eine kleine Gruppe Schimpansen gefunden und zwar ganz in der Nähe des Camps, keine 20 Minuten entfernt.

Wenn man dies vorher gewusst hätte!!!

Es gibt wieder leckeres Abendessen. Heute nach der Vorspeise Lammcurry mit Kuskus, Lauchgemüse und Pumkin. Natürlich auch Nachtisch.

MO 10. Dezember 07 Mahale - Arusha
Da gestern Abend die Schimpansen so nahe beim Camp waren, werden wir um 06:00 Uhr (es ist noch stockdunkel) mit Tee geweckt und um 06:30 Uhr starten wir zum Trekking.
Es geht kurz bergauf, ein bisschen bergab und meistens nur mit kleinen Steigungen oder Gefälle geradeaus.

Schon nach 25 Minuten heißt es wieder: Masken aufsetzen und schon sehen wir insgesamt zwei Schimpansen auf dem Weg auf uns zukommen, auf uns vorbei gehen und wir wieder hinterher rennen.

Es sind Cadmus und Michio die an uns vorbei laufen und dann kommt von der Seite aus dem Wald noch Ruby, 21 Jahre alt, mit ihrem 8 Monate alten Baby. Sie ist sehr nervös und unsicher und wir müssen etwas warten, damit sie Abstand bekommt. Die Babys bekommen erst einen Namen, wenn sie 3 Jahre alt sind.

Schimpansenbaby
Wir folgen Cadmus, 16 Jahre alt. Die Mutter mit Baby verschwindet im Wald und unser Ranger hofft, dass sie weiter vorne wieder zum Weg kommen und sie auf alle Fälle Cadmus folgen wird.

Später bleibt Cadmus stehen und frisst. Es gesellt sich noch Michio dazu. Wir beobachten beide eine Weile und dann kommt tatsächlich Mutter mit Baby aus dem Wald und läuft auf dem Weg weiter immer in Richtung Camp. Als eine Gruppe Baboons auftaucht, kehrt sie ängstlich um und geht ihnen aus dem Weg und wieder zurück.

Nun ist auch schon wieder eine Stunde um und wir müssen zum Camp zurückkehren. Es dauert gerade mal 5 Minuten und wir sind zurück.

Um 08:05 Uhr sind wir schon wieder zurück im Camp. Heute zum Abschied muss ich doch einmal ein "Spanish Omelett" probieren, nachdem ich die anderen Tage das leckere Porridge gegessen habe.

Noch eine heiße Dusche, dann packen. Die Sachen sind wie immer ziemlich klam und feucht. Eintrag ins Gästebuch, Trinkgeld in die Box und warten auf unsere Abfahrt per Boot.

Doug kommt mit seiner 4jährigen Tochter Kasha auch mit, denn er hat die nächsten 3 Wochen Urlaub.

Kurz vor 12:00 Uhr legt das Boot ab. Dieses Mal benötigen wir fast 1 1/4 Stunden bis zum Mahale Airstrip. Wieder waten wir barfuss vom Boot an Land.

Hier werden zwei Gebäude gebaut, die später als Empfangsgebäude und Souvenirladen dienen sollen.

Um 13:40 Uhr startet unser Flug nach Arusha. Es ist die gleiche Mann-
schaft, nämlich Sarah und Richard. Kurz nach dem Start kommen wir in dunkle Wolken und es fängt an in Strömen zu regnen. So ist es fast den ganzen Flug bis zu unserer Zwischenlandung in Tabora. Die Maschine wird ganz schön durchgeschüttelt. Wenn man zwischendurch einen Blick nach unten hat, sieht man, dass die Felder total nass und zum Teil überschwemmt sind. Der Regen kommt dieses Jahr also wieder sehr spät.
Durch das schlechte Wetter brauchen wir etwas länger, nämlich anstatt
1 Stunde 15 Minuten, 1 Stunde 25 Minuten.

Wieder 20 Minuten Auftank- und Toilettenpause. Bei der Landung regnet es in Strömen. Dann geht es weiter bei schlechtem Wetter. Kurz vor Arusha klart es auf und wir landen nach 1 Stunde 45 Minuten um 17:15 Uhr. Dies ist früher, als in unserem Reiseverlauf angegeben.

James von Renaissance Photographic Safaris holt uns ab und bringt uns wieder zu Björns Haus.

Übernachtung Björns Haus (Björn auf Safari)

DI 11. Dezember 07 Arusha - Ruaha Nationalpark, Jongomero Camp
James holt uns früh morgens wieder ab und bringt uns zum Airport von Arusha. Die Maschine fliegt anstatt um 08:00 Uhr erst um 09:00 Uhr ab, da es keine weiteren Fluggäste für die Airstrips gibt, die sonst vohrer noch angeflogen werden. Wir fliegen also gleich nach Ruaha.

Es empfängt uns ein Ranger vom Jongomero Camp. Die Fahrt zum Camp ist gleichzeitig unsere erste Pirschfahrt durch den Park.

Nach einer halben Stunde erreichen wir das Jongomero Cam. Es handelt sich um ein noch

nicht so bekanntes, aber qualitativ sehr hochwertiges Camp, das im abgelegenen südwestlichen Bereich des Ruaha Nationalparks in einer großartigen Landschaft unter Schatten spendenden Akazien Bäumen am Ufer des Jongomero Sand River liegt. Es ist das einzige Camp in diesem Gebiet und bietet somit eine private Atmosphäre.
In unserem Zelt fühlen wir uns sofort wohl. Das große Zimmer mit Holzfussboden ist zweckmäßig eingerichtet und bieten jeglichen Komfort. Die Dusche ist großzügig und auch für das Gepäck ist genügend Ablagefläche vorhanden.
Die zwei Doppelwaschbecken bieten ebenfalls Platz. Wir sind total begeistert!

Wir bekommen sogleich ein ausgezeichnetes Lunch unten am Fluss, können uns noch kurz ausruhen und gehen dann auf Pirschfahrt zusammen mit einem holländischen Ehepaar.

Es geht am Great Ruaha River entlang, der nur wenig Wasser führt. Unser Guide hofft, dass sich am Fluss Elefanten aufhalten. Aber wir sehen nur Impalas und Wasserböcke.

Das Abendessen wird in der Lounge gereicht.

Übernachtung, Vollpension und Aktivitäten: Jongomero Camp

MI 12. Dezember 07 Ruaha Nationalpark
Heute unternehmen wir einen Ganztagspirschfahrt. Priscus möchte uns die unterschiedlichen Landschaften im Ruaha Nationalpark zeigen. Aus diesem Grund haben wir eine lange Fahrt vor uns.

Wir fahren wieder zum Fluss mit seinen Felsen und Sandbänken, fahren dann an verschiedenen Akazienarten vorbei, sehen Feigenbäume, Tamarinden und Gruppen von Palmen.

Dann geht es durch offenes Grasland und Priscus muss sehr aufpassen, da es zwischendurch immer wieder Black Cotton Soil gibt. Da ist eine schwarze, lehmige Erde und wenn man stecken bleibt, ist es schwierig, wieder frei zu kommen.

Die Landschaft wird hügeliger und wir kommen durch einen Miombo Wald.

Aber es gibt auch wellige trockene Savanne mit vielen dornigen Büschen, aber auch Akazien, Euphorbien und Baobab Bäumen.

Unser Picknick Lunch genießen wir an einer schönen Aussichtsstelle. Es ist alles sehr appetitlich angerichtet und schmeckt in der frischen Luft natürlich ausgezeichnet.

Hier im Ruaha Nationalpark gibt es keine Gnus (Wildebeest), Topi oder Thomson Gazellen. Wir sehen aber verschiedene Antilopenarten. Priscus hat sogar eine einzelne Rappenantilope entdeckt. Wir folgen ihr, aber da man nicht von den Straßen abfahren darf, verlieren wir das Tier bald aus den Augen.

Wir genießen das schöne Wetter und die Fahrt im offenen Safarifahrzeug sehr. Wenn wir auch im Vergleich zu unserer Reise im November 2003 viel weniger Tiere sehen. Damals hatte es noch nicht geregnet und die Tiere kamen ans Wasser zum Trinken. An einem Tag hatten wir drei Kills gesehen und dieses Mal sehen wir gar keine Löwen.

In einiger Entfernung ziehen schwarze Wolken auf. Wir müssen also allmählich unsere Rückfahrt zum Camp antreten, denn wir haben noch ca. 50 Kilometer Fahrt vor uns. Priscus meine, dass wir es noch ohne Regen bis zum Camp schaffen.

Aber die Wolken ziehen immer näher und näher und es wird schwärzer und schwärzer. Man sieht richtig die Regenstreifen und plötzlich hat uns der Regen eingeholt und es fängt an zu gießen. Priscus gibt uns zwar Ponchos, aber da auch ein ganz starker Wind weht, helfen diese nicht viel und wir werden trotzdem nass.

Natürlich sehen wir auch keine Tiere mehr und sind deshalb froh, als wir wohlbehalten und ohne stecken zu bleiben im Camp ankommen.

Ich bestelle gleich heiße Schokolade zum Aufwärmen. Es hat auch in der Lounge rein geregnet. Man kann zwar einen Netzvorhang zuziehen, aber der Regen kann trotzdem durch.

Nach dem Abendessen, das wir gemeinsam mit Carlos, dem stellvertretenden Manager, einnehmen, fallen wir todmüde ins Bett.

DO 13. Dezember 07 Ruaha - Selous
Früh morgens holt uns unser Guide Priscus ab zu einer letzten Pirsch-
fahrt. Es ist um 06:30 Uhr noch sehr kühl, so dass wir ein T-Shirt, ein langärmeliges Hemd und eine Fleecejacke anziehen. Ich wickle mir noch meinen Pashmina Schal um den Hals, denn es zieht gewaltig auf dem offenen Fahrzeug.

Dieses Mal geht es in die entgegen gesetzte Richtung. Die Landschaft ist wieder völlig anders und zwischendurch sieht es aus wie in einer Parklandschaft mit sorgfältig gemähtem Gras. Durch den Regen ist alles so unwirklich grün. Wir sehen wieder einzelne Giraffen.

Auf einmal Bewegung hinter den Büschen. Ich sehe eine Elen Antilope und rufe hier Elands! Unser Guide hält an und siehe da, es kommt nicht nur eine Antilope aus dem Wald, sondern eine ganze Herde. Selbst Priscus ist begeistert und wir können unser Glück kaum fassen. Eine Herde Elen Antilopen läuft schnell aus dem Wald, überquert den ausgetrockneten Jongomero River und verschwindet auf der anderen Seite im Dickicht. Es ist wie immer, wir waren mal zur rechten Zeit am richtigen Ort! Wären wir eine Minute später gekommen, hätten wir nichts gesehen.

Der Rückweg verläuft verhältnismäßig ruhig. Außer einigen Vögeln sehen wir kaum etwas. Auf der Straße kommt uns ein Schakal entgegen. Aber als wir näher kommen, verschwindet er auch wieder hinter den Büschen.

Zurück im Camp erwartet uns ein kräftiges Frühstück. Letzte Aufnahmen und Packen und dann kommt schon der Ruf, schnell zum Airstrip, die Maschine kommt früher. Mittlerweile ist es wieder warm geworden und wir fahren in kurzen Ärmeln zum Airstrip.

Eigentlich ist unser Abflug nach Selous für 11:45 Uhr geplant, aber das Flugzeug landet schon um 11:00 Uhr. Da es nur 10 Minuten zum Airstrip sind, kommen wir kurz nach der Landung an.

Im Flugzeug sitzen Gäste, die von Zanzibar kommen und dort um 08:00 Uhr abgeflogen sind mit Landung in Dar es Salaam und Selours. Sie möchten zu dem anderen Ruaha Airstrip, dem Msembe Airstrip, der 10 Minuten Flug vom Jongomero Airstrip entfernt liegt.

Unser Flug von Msembe bis zum Siwandu Airstrip dauert 1 Stunde (es gibt 5 Airstrips im Selous Game Reserve). Der Flug ist sehr ruhig, nur die letzten 10 Minuten wackelt es wieder anständig.

Am Airstrip erwartet uns Enoc von The Retreat. Als wir aus dem Flugzeug aussteigen, ist es, als ob wir in einen Backofen treten. Die Luft ist derart heiß und wir rennen unter einen Baum, der Schatten spendet. Enoc hat einen Tisch aufgebaut mit Getränken. Außerdem ist wieder ein Guide von Tanapa anwesend, der immer kontrolliert, wie viel Gäste kommen und wie viele abfliegen (ob auch die Park Eintrittsgebühren bezahlt sind).

Nach einer halben Stunde Fahrt kommen wir in The Retreat an. Schon von weitem sehen wir das Fort und drei weiße Zelte auf dem Hügel liegen.

Wir werden wieder mit kalten Tüchern und einem kalten Getränk begrüßt. Als erstes erhalten wir eine Führung durch diese ungewöhnliche Anlage. Schon der Eingangsbereich zum Hauptgebäude und die Eingangstür sind außergewöhnlich. Dieser Teil ist ein Original aus Indien mit vielen Holzschnitzereien.

Wenn man dann durch die Tür tritt, öffnen sich zwei Bogengänge mit einem mit Schiefer (aus Indien) gepflasterten Terrassenbereich, in dem die Bäume bzw. Sträucher beim Bau stehen gelassen wurden. Daneben befindet sich ein überlaufender Swimming Pool. Unter dem rechten Bogengang befinden sich verschiedene Sitzgelegenheiten.

Geht man in den ersten Stock, so bieten sich rechts und links des Ganges viele Sitzgelegenheiten mit Polster an.

Wir bekommen auch gleich Lunch angeboten, den wir auf der oberen Terrasse einnehmen und von hier aus einen herrlichen Blick auf den Fluss haben. Auf der anderen Flussseite und auf der kleinen Insel im Fluss sehen wir jeweils einen Elefanten beim Fressen.

Die Sonne brennt ganz schön und wir ziehen uns zu einem Mittagsschlaf in unser Zelt zurück.

Die Lage unseres Zeltes direkt am Fluss ist spektakulär. Die Einrichtung ist fantastisch und beeindruckt uns sehr.

Wir legen uns also aufs Bett, können dann aber doch nicht schlafen, da die Sonne so stark auf das Dach brennt und die Hitze auf das darunter stehende Bett abstrahlt. Der Ventilator läuft leider nicht, da der Generator nicht angeschaltet ist.

Also kalt duschen! Doch das "kalte" Duschwasser kommt heiß aus der Leitung. Die Leitungen sind zwar knapp unter der Erde, aber die Sonne erwärmt sie trotzdem. Das warme Wasser wird durch Sonnenenergie erhitzt und ist kochendheiß. Also Handtuch nass machen, es abkühlen lassen und dann auf den Körper legen!

Ich stehe wieder auf, setze mich an den Schreibtisch und schreibe mein Tagebuch. Hier kommt etwas Luft durch die Wände, die ja nur aus Gitter bestehen.

Am Spätnachmittag gehen wir auf Pirschfahrt. In der Nähe des Camps treffen wir gleich auf Elefanten. Die Wege sind noch nicht so ausgefahren wie anderswo, da das Camp ja erst seit September eröffnet ist. Aus diesem Grund muss man sehr auf Äste aufpassen.

Wir legen eine weite Strecke zurück und erleben unterschiedliche Gegenden. Über eine Anhöhe kommen wir bei Dunkelheit zum Camp zurück.

Wir genießen das gemeinsame Abendessen mit Carlos und Enoc, bei dem die Beiden uns viel von ihren Erfahrungen und Erlebnissen berichten.

SO 16. Dezember 07 Selous Game Reserve
Es ist leicht bewölkt und deshalb nicht mehr ganz so heiß wie gestern. Nach dem Frühstück geht es um 08:00 Uhr los auf Pirschfahrt. Wir sind zu viert im Fahrzeug (wieder Ilka und Matthias aus München) sowie unser Guide Mark.

Wir fahren Richtung Westen und es begegnen uns immer wieder Gruppen von Impalas. Manche springen einige Meter weit. Am Wasser entlang sind immer wieder Krokodile, Hippos, Yellow Baboons und viele Vögel zu sehen. In einem Baum nistet ein Star oder es klettert ein Eichhörnchen den Stamm entlang.
Dann sehen wir Geier in der Luft kreisen. Also muss ein Kill in der Nähe sein. Mark fährt in die Richtung und siehe da, ein Zebra wurde von Hyänen vermutlich nachts gerissen. Eine Hyäne geht mit vollem Bauch gerade weg, aber zwei andere sind noch am Fressen.
Viele White Backed Vultures warten schon darauf, dass sie nun endlich an die Reihe kommen. Immer wieder landen noch mehr Geier. Die letzte Geierart, die zum Fressen an die Reihe kommt, ist der Hooded Vulture. Auch da sitzt schon einer bereit.

Die Fahrt geht weiter. In großer Entfernung sehen wir viele Zebras und Giraffen an einer Wasserstelle trinken. Mark sagt, wenn wir näher heran fahren, flüchten die Zebras. Also machen wir Tee- bzw. Kaffeepause und beobachten von hier aus die Tiere.

Bei der Weiterfahrt begegnen uns immer wieder neugierige Giraffen. Es gibt sehr viele Giraffen im Park. Die etwa 1 Monat alten Zebras sehen im Gesicht noch ziemlich verrunzelt aus. Sie müssen ganz schnell wachsen, denn sie sind eine gute Beute für die Löwen, so lange sie noch so unbedarft und neugierig sind.

Ein einzelner Büffel, also ein Dagger Boy, sucht Schatten.

Ein Van der Decken Hornbill füttert seine Partnerin im Baum. Sobald das Paar eine geeignete Stelle im Baum gefunden hat, schlüpft das Weibchen hinein, zupft sich einige Federn aus, um das Loch gemütlich als Nest auszupolstern, dann wird das Loch verschlossen. Die Spucke wirkt so ähnlich wie Zement. Das Weibchen legt nun die Eier ins Nest und brütet diese aus. Während dieser Zeit verlässt sie das Nest nie. Aus diesem Grund muss das Männchen für Nahrung sorgen und füttert sie durch ein kleines frei gebliebenes Loch.

Vor dem Fahrzeug flüchtet noch eine Zebrafamilie mit Nachwuchs. Die jungen Zebras sind noch nicht schwarz, sondern eher braun.

Um 12:30 Uhr sind wir wieder im Camp zurück. Bis 13:00 Uhr haben wir noch Zeit bis zum Lunch.
Am Nachmittag bietet Mark nur Dieter und mir eine Pirschfahrt an, weil Ilka und Matthias zum Fischen gehen. Dieses Mal geht es in die östliche Richtung.

Ein anderer Ranger vom Camp hat in der Nähe der Straße Wild Dogs entdeckt und diese suchen wir nun. Wir sehen zuerst eine Hyäne und dann ganz versteckt drei schlafende Wild Dogs. Sie rühren sich kaum, wedeln nur ab und zu mit dem Schwanz, um die Fliegen zu verjagen. Mark meint, wenn wir gegen 17:30 Uhr noch einmal vorbei kommen, dann stehen sie vielleicht auf und gehen auf Jagd.

Es geht wieder an den See mit vielen Hippos und Krokodilen.

Übernachtung, Vollpension und Aktivitäten: Selous Safari Camp

MO 17. Dezember 07 Selous - Dar es Salaam - Ras Kutani
Letztes Frühstück und dann fahren wir um 08:30 Uhr mit Sarah zum Private Camp. Dieses ist zur Zeit geschlossen, da der Swimming Pool gebaut wird. Das Camp liegt in der Nähe des Main Camps und Sarah läuft dann sogar zu Fuß zurück.

Wir erhalten die Nachricht, dass das Flugzeug voraussichtlich 10 Minuten später landen wird. So fährt unser Fahrer langsamer, damit wir evtl. noch Elefanten sehen, denn es liegt ganz frischer Dung auf dem Weg und man sieht Elefantenspuren auf dem Weg. Dann hören wir aber doch das Flugzeug und fahren schnell zum Airstrip. Es landet doch pünktlich und wir starten planmäßig um 09:45 Uhr Richtung Dar es Salaam.

Der Flug dauert 35 Minuten und es ist wieder der gleiche Pilot, den wir schon einmal hatten.

Nach der Landung um 10:20 Uhr sollten wir eigentlich um 10:30 Uhr nach Ras Kutani weiter fliegen. Wir werden wieder in den Warteraum gebeten. Doch die Zeit verstreicht und gegen 10:55 Uhr kommt dann der Gepäckträger, der unseren Gepäckwagen geschoben hat und bringt uns zu unserem Flugzeug. Dieses Mal eine kleine Cessna 210 mit nur 4 Sitzen. Zwei Sitze hat man ausgebaut und in diesem Raum das Gepäck verstaut. Unter Anleitung seines Lehrers fliegt uns ein Pilotenschüler in 15 Minuten nach Ras Kutani.

Wie damals im November 2003 wird man wieder von einem "Strandauto" abgeholt und dann per Boot über die Lagune gebracht.

Wir sind schon gespannt, was sich alles auf Ras Kutani geändert hat, denn letztes Jahr im Juni ist ja der Hauptbereich mit Lounge und Diningroom sowie einige Bungalows abgebrannt.

Es empfängt uns Amanda, die Managerin, an der Anlegestelle. Natürlich gibt es wieder kalte Tücher und einen Begrüßungssaft. Nach Unterschreiben des Indemnity Formulars gehen wir zu unserem Bungalow Nr. 2 mit Garten- bzw. Meerblick. Letztes Mal wohnten wir in einem Bungalow mit Lagoon Blick.

Nun gibt es auch einen Swimming Pool. Das gesamte Hauptgebäude ist im alten Stil neu erbaut. Geht man vom Hauptgebäude aus nach rechts durch den Garten so kommt man zuerst zum Masageraum und dann zu den Chalets Nr. 1 bis 4. Die Chalets Nummer 1 und 2 sind mit Holzwänden gebaut, die Chalets Nummer 3 und 4 haben Steinwände. Alle Chalets sind mit Makutidächern (Palmblätter) gedeckt.

Wendet man sich vom Hauptgebäude nach links kommt man an den Swimming Pool und dahinter liegen die Chalets Nr. 5 bis 9 mit Blick zur Lagune.

Etwas im Garten befindet sich die Rezeption und der Souvenir Shop.

Lunch ist auch hier um 13:00 Uhr. Obwohl es ziemlich heiß ist, schwitzt man eigentlich nicht, da ein ziemliches Lüftchen weht. Nach einem Mittagsschläfchen im offenen Chalet, gehe ich an den Strand. Es ist Low Tide, aber das Wasser geht hier nicht so weit zurück, so dass man immer noch schwimmen kann, wenn einen die Wellen nicht umwerfen.

Um 17:00 Uhr habe ich mich zu einer Ganzkörpermassage angemeldet. Alice, die Masseurin, macht ihre Sache sehr gut. Der Preis hierfür ist 40 USDollar für 60 Minuten.

Da es kurz vor Weihnachten ist und die Briten schon Schulferien haben, sind insgesamt fünf Kinder im Resort. Es gibt auch einen Weihnachtsbaum aus Holz mit Kugeln und Lichtern.

Abendessen ist wie fast überall um 20:00 Uhr. Vorher trifft man sich vor der Bar.

Heute Abend herrscht unheimlich starker Wind und man muss aufpassen, dass die Gläser nicht umfallen oder die Servietten weg wehen.

Zum Schlafen werden die großen Moskitonetze um das Bett gespannt - man hat genügend Platz zwischen Moskitonetz und Bett - und man lässt die Türen offen, damit der Wind in das Chalet kann.

Übernachtung und Vollpension: Ras Kutani

DI 18. Dezember 07 Ras Kutani
Morgens und mittags gibt es Büffet und abends abwechselnd Büffet oder à la Carte.

Heute Morgen ist der Wind noch immer sehr stark und die Wellen sind sehr hoch. Früh mache ich einen kurzen Strandspaziergang am Wasserrand, da es noch nicht so heiß ist und schwimme lieber im Swimming Pool.

Dann bewölkt es sich und beim Frühstück kommen einige Regentropfen, doch sofort ist es wieder vorbei.

Einige Reiter kommen den Strand entlang und es ist schön, hier im Dining Room mit Blick zum Strand zu sitzen und zu schreiben.

Ein Tag zur Erholung!

Übernachtung und Vollpension: Ras Kutani

MI 19. Dezember 07 Ras Kutani - Dar es Salaam - Abflug
Für 12:00 Uhr ist unser Flug nach Dar es Salaam angekündigt. Der Flieger ist pünktlich und es fliegen nur Dieter und ich mit einem französischen Piloten mit Coastal nach Dar es Salaam.

Vom Domestic Airport zum Internationalen Flughafen gibt es einen kostenlosen Shuttle von Coastal. Der Pilot sagte zu uns, wenn er gewusst hätte, dass wir zum Internationalen Flughafen müssen, dann hätte er uns gleich dorthin geflogen. Guter Tipp für das nächste Mal.

Um 15:40 Uhr sollte unser Flug mit Qatar nach Doha sein. Die Maschine stgartet letztendlich um 16:00 Uhr.

Gleich zu Anfang ist der Flug ziemlich unruhig, aber dann wird es ruhiger. Obwohl es nachmittags ist, müssen die Fenster geschlossen werden.

Nach 5 Stunden Flug landen wir in Doha. Man muss durch Immigration gehen und dann steht entweder ein Abholer mit einem Namensschild (kann auch der Vorname sein) da oder man verlässt das Gebaeude und geht nach links, dort wo die Shuttle Busse zu den Hotels warten.
Unser Bus zu den Al Liuawa Suites kommt und in 7 Minuten Fahrt sind wir im Hotel.
Die Suite ist verhältnismäßig groß mit Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad.

DO 20. Dezember 07 Doha - Frankfurt
Im Hotel ist kein Frühstück inklusive.
Der Shuttle Bus bringt uns um 06:00 Uhr in 7 Minuten Fahrt zum Flughafen.
Man muss sich in der Schlange anstellen, die zur Durchleuchtung des Gepäcks führt. Wir stehen aussen am Flughafengelände und warten ca. 20 Minuten, bis man ins Gebäude gelangt.
Da wir bereits unsere Bordkarte nach Frankfurt haben, können wir nach der Check-in Kontrolle gleich zur Passkontrolle gehen.

Es gibt verschiedene Coffee Shops und eine ganze Reihe Duty Free Kosmetik-, Elektro- und Schmuckgeschäfte.

Da es in Doha keine Finger gibt, wird man mit dem Bus zum Flugzeug gefahren.

Die Maschine startet ca. 15 Minuten später um 08:40 Uhr.

Gegen 10:00 Uhr wird ein Frühstück serviert.

Dann geht es ohne Probleme Richtung Frankfurt, wo wir pünktlich landen.
Eine traumhaft schöne Reise geht ihrem Ende zu!
geschrieben am 19.04.2011 um 08:20 Uhr.